Diese Performance verbindet Tanztheater, Musik und Videokunst zu einer Art „New Happening“. In Run dry 3 verarbeitet der Argentinier Bernardo Coloma seine ganz persönliche Migrationsgeschichte, seine Erfahrungen im Einfinden in neue Umgebungen und soziale Strukturen. In dieser Performance prallen Nationalitäten aufeinander und zeigen die Einflüsse von kultureller Herkunft auf zwischenmenschliche Prozesse. Sie spielt mit dem Verlorengehen und Wiederfinden von Identität, von Gemeinschaftlichkeit in unserer heutigen Gesellschaft. Gleichzeitig ist es auch eine Auseinandersetzung mit dem eigenen Künstlerdasein an sich.
Viele Künstlerbiographien vereint eine gewisse Ruhelosigkeit, häufige Wohnortwechsel, unstete Lebenssituationen und immer wieder einen Neuanfang zu wagen. Jeder neue Ort, jeder neue Raum erfordert und ermöglicht entsprechende Bewegungsabläufe und Routinen. Der Körper ertastet den Raum, erkundet Hindernisse und Möglichkeiten. Er dient als einzige Konstante, welche in Bewegung durch Raum und Zeit metaphorisch gedacht neue Orte von Migration entstehen lässt.
Die anfängliche Faszination des Fremden und Anderen weicht oft schon sehr bald der Erkenntnis, dass der Körper nicht automatisch durch die neue Umgebung seine Strukturen und Bewegungsmuster über Bord wirft. Kulturelle und körperliche Einschreibungen können nicht so einfach abgeschüttelt, die gewachsene Identität nicht einfach abgelegt werden. Bringen Fremdheit und Unsicherheit in neuen Umgebungen und an unbekannten Orten tatsächlich neue Handlungsoptionen hervor? Oder werfen sie uns vielmehr auf vertraute Überlebensstrategien zurück und verdeutlichen dadurch unsere eingeschränkten Möglichkeiten zu einer freien Fortbewegung?